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Samstag, 9. Juli 2022

Rezension | Red, White and Royal Blue - Casey McQuiston

Von Am Juli 09, 2022

 

Darf ich euch eines meiner Jahreshighlights aus dem Jahr 2021 vorstellen? Gefühlt habe ich davon dieses Jahr einige. Unter anderem eben Red, White and Royal Blue von Casey McQuiston - oder auf Deutsch: Royal Blue. Ich werde euch Klappentext und Co. auf Deutsch hier reinpacken, obwohl ich das Buch auf Englisch gelesen habe. Ich hab allerdings so das Gefühl, dass man dieses Buch entweder liebt oder es hasst. Ich habe wenig Rezensionen im Mittelfeld gesehen.

Klappentext
Als seine Mutter zur ersten Präsidentin der USA gewählt wird, wird Alex Claremont-Diaz über Nacht zum Liebling der Nation: attraktiv, charismatisch, clever – ein Marketingtraum für das weiße Haus. Nur auf diplomatischer Ebene hapert es bei Alex leider ein wenig. Bei einem Staatsbesuch in England eskaliert Alexʼ schwelender Streit mit dem britischen Thronfolger Prinz Henry. Als die Medien davon Wind bekommen, verschlechtern sich die Beziehungen zwischen den USA und England rapide. Zur Schadensbegrenzung sollen die beiden jungen Männer medienwirksam ihre Versöhnung vortäuschen.
Doch was, wenn Alex und Henry dabei feststellen, dass zwischen ihnen eine Anziehung existiert, die über eine Freundschaft weit hinausgeht? Plötzlich steht nicht nur die Wiederwahl von Alexʼ Mutter auf dem Spiel …

Rezension
Ich habe dieses Buch geliebt! Ich habe eigentlich nie wirklich Romance oder RomComs gelesen, aber seit diesem Buch mag ich dieses Genre sehr gerne. 
"Red, White and Royal Blue" konnte mich vor allem aufgrund der Charaktere überzeugen, denn die sind eine wirklich bunte Mischung und waren mir alle äußerst sympathisch. Nicht nur die beiden Hauptcharaktere, Alex und Henry, sind wunderbar ausgearbeitet, sondern auch alle anderen haben ihren ganz eigenen Charakter erhalten. Dadurch wirkten sie nicht blass, sondern dürfen genau so strahlen wie Alex und Henry. Casey McQuiston schafft es, dass man mit jedem der Charaktere mitfiebert und sie alle irgendwie ins Herz schließt. Die Interaktionen zwischen ihnen sind wunderschön geschrieben und man spürt, wie sehr die Charaktere einander schätzen. Sie sind humorvoll, sarkastisch, charismatisch, individuell und gutherzig. Sie machen das Buch wirklich aus und die Charakterentwicklung ist top! Die Dynamik zwischen Alex und Henry ist absolut gut gelungen und dadurch wirkt die Geschichte umso realistischer. 


"𝑇ℎ𝑖𝑛𝑘𝑖𝑛𝑔 𝑎𝑏𝑜𝑢𝑡 ℎ𝑖𝑠𝑡𝑜𝑟𝑦 𝑚𝑎𝑘𝑒𝑠 𝑚𝑒 𝑤𝑜𝑛𝑑𝑒𝑟 ℎ𝑜𝑤 𝐼’𝑙𝑙 𝑓𝑖𝑡 𝑖𝑛𝑡𝑜 𝑖𝑡 𝑜𝑛𝑒 𝑑𝑎𝑦, 𝐼 𝑔𝑢𝑒𝑠𝑠. 𝐴𝑛𝑑 𝑦𝑜𝑢 𝑡𝑜𝑜. 𝐼 𝑘𝑖𝑛𝑑𝑎 𝑤𝑖𝑠ℎ 𝑝𝑒𝑜𝑝𝑙𝑒 𝑠𝑡𝑖𝑙𝑙 𝑤𝑟𝑜𝑡𝑒 𝑙𝑖𝑘𝑒 𝑡ℎ𝑎𝑡. 𝐻𝑖𝑠𝑡𝑜𝑟𝑦, ℎ𝑢ℎ? 𝐵𝑒𝑡 𝑤𝑒 𝑐𝑜𝑢𝑙𝑑 𝑚𝑎𝑘𝑒 𝑠𝑜𝑚𝑒."


Das Buch ist eine Achterbahn der Gefühle, denn man durchlebt so ziemlich alle Emotionen. Egal ob Trauer, Wut, Freude. Manchmal sogar alle gleichzeitig. Die Autorin schafft es, die Emotionen an den Leser zu transportieren.
Thematisch geht es nicht nur um die Beziehung zwischen Alex und Henry, sondern auch um Freundschaft, Selbstfindung und wie schwer dies manchmal ist, Lebensfreude, Freiheit und Familie. Diese bunte Mischung sorgt dafür, dass man beim Leben ständig grinsen muss. Dazu kommt dann noch der humorvolle Stil der Autorin, welcher mir sehr gefällt. Habe deshalb auch direkt ihre anderen Bücher gekauft. Ich habe das Buch in wenigen Tagen durchgelesen und war so traurig, als das Buch beendet war. Nicht wegen des Endes, sondern einfach, weil es nun vorbei war. Ich brauche ein Spin-off! 

Was dem ein oder anderen vielleicht komisch vorkommen mag wäre, dass manchmal die historischen und zeitlichen Hintergründe nicht ganz stimmen oder sehr verwirrend sind. Es ist manchmal etwa unklar, wann das Ganze genau spielt. 
Oh und die Sexszenen sind manchmal etwas unangenehm zu lesen. Nicht weil es um zwei Männer geht, aber einfach von der ganzen Beschreibung her. Aber das bin ich gewillt zu übergehen, denn alles andere drumherum konnte mich einfach begeistern. 
Eventuell könnte es für den ein oder anderen aber auch einen Hauch zu politisch sein und ein wenig zu kitschig. 

Fazit
Meine Rezension fällt ja doch sehr kurz aus, aber ich kann euch dieses Buch einfach nur ans Herz legen. Die Charaktere sind einfach unfassbar gut. Bunt, laut, leise, schrill, sympathisch, humorvoll, ausgefallen... all das und so viel mehr. Ich habe so viel gelacht und geweint bei diesem Buch (und das soll bei mir etwas heißen!) und würde es so gerne noch einmal zum 1. mal lesen können. Ein absolutes Herzensbuch. Ich denke, das Buch sollte jedem gefallen der Bücher mit diesen Themen mag: Enemies to Lovers, LGBTQ+, Romance und Found Family. 


WEITERE REZENSIONEN ZUM BUCH

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Royal Blue (Deutsch)
Autorin: Casey McQuiston
Übersetzung: Hannah Brosch
Cover: ZERO Werbeagentur, München
Seitenanzahl: 464
Erscheinungstermin: 01.04.2020
ISBN: 978-3-426-52615-6
Preis: 12,99€
Reihe?: Nein

Klappentext:
Als seine Mutter zur ersten Präsidentin der USA gewählt wird, wird Alex Claremont-Diaz über Nacht zum Liebling der Nation: attraktiv, charismatisch, clever – ein Marketingtraum für das weiße Haus. Nur auf diplomatischer Ebene hapert es bei Alex leider ein wenig. Bei einem Staatsbesuch in England eskaliert Alexʼ schwelender Streit mit dem britischen Thronfolger Prinz Henry. Als die Medien davon Wind bekommen, verschlechtern sich die Beziehungen zwischen den USA und England rapide. Zur Schadensbegrenzung sollen die beiden jungen Männer medienwirksam ihre Versöhnung vortäuschen.
Doch was, wenn Alex und Henry dabei feststellen, dass zwischen ihnen eine Anziehung existiert, die über eine Freundschaft weit hinausgeht? Plötzlich steht nicht nur die Wiederwahl von Alexʼ Mutter auf dem Spiel …

Freitag, 6. August 2021

Rezension | Folk of the Air Trilogy [The Cruel Prince Band 1-3) - Holly Black

Von Am August 06, 2021

 


Man glaubt es kaum, aber ich schreibe tatsächlich mal wieder eine Rezension... Ich weiß ich hatte gesagt, dass ich mich wieder mehr melden möchte und bin dann in der Versenkung verschwunden. Tja, ich würde mal behaupten der Plan ist nach hinten losgegangen... 
Aber ich das möchte ich gerne ändern. Ich habe in letzter Zeit sehr viel gelesen und heute bringe ich euch daher die Rezension zu einer einfach nur richtig guten Trilogie mit. Ups, jetzt habe ich das Ende der Rezension gespoilert. Naja, was solls!

Worum geht es im 1. Band?
[Englisch] Of course I want to be like them. They're beautiful as blades forged in some divine fire. They will live forever. And Cardan is even more beautiful than the rest. I hate him more than all the others. I hate him so much that sometimes when I look at him, I can hardly breathe. One terrible morning, Jude and her sisters see their parents murdered in front of them. The terrifying assassin abducts all three girls to the world of Faerie, where Jude is installed in the royal court but mocked and tormented by the Faerie royalty for being mortal. As Jude grows older, she realises that she will need to take part in the dangerous deceptions of the fey to ever truly belong. But the stairway to power is fraught with shadows and betrayal. And looming over all is the infuriating, arrogant and charismatic Prince Cardan...

[Deutsch] »Natürlich möchte ich wie sie sein. Sie sind unsterblich. Cardan ist der Schönste von allen. Und ich hasse ihn mehr als den Rest. Ich hasse ihn so sehr, dass ich manchmal kaum Luft bekomme, wenn ich ihn ansehe …« Jude ist sieben, als ihre Eltern ermordet werden und sie gemeinsam mit ihren Schwestern an den Hof des Elfenkönigs verschleppt wird. Zehn Jahre später hat Jude nur ein Ziel vor Augen: dazuzugehören, um jeden Preis. Doch die meisten Elfen verachten Sterbliche wie sie. Ihr erbittertster Widersacher: Prinz Cardan, der jüngste und unberechenbarste Sohn des Elfenkönigs. Doch gerade ihm muss Jude die Stirn bieten, wenn sie am Hof überleben will...

Rezension
Ich glaube ich habe schon lange keine Reihe so schnell gelesen wie diese. Als ich mit dem ersten Band anfing, war ich zunächst unsicher, denn der erste Band hat Schwächen. Manchmal wirkten Stellen ein wenig zu kurz und fast schon naiv, aber durch den wirklich wunderschönen und bildhaften Stil bin ich dran geblieben. Ich liebe die Feenwelt. Die vielen Tiere, Wesen, Pflanzen und alles was dazu gehört. Wie die Autorin sie beschreibt und man einfach das Gefühl hat, in diese Feenwelt zu fallen und Teil der Geschichte zu sein. Unfassbar detailreich, weshalb ich für alle, welche gerne mal auf Englisch lesen wollen, dieses Buch nicht als Anfängerbuch empfehlen würde. 


Jude Duarte war für mich eine ganz besondere Protagonistin. Sie ist... eigen, dass muss man wirklich sagen. Und ich kann gut verstehen, wenn man sie nicht von Anfang an mag. Sie ist stur, störrisch und oft auch sehr Ich-bezogen. Sie will auf Teufel komm raus ihre Ziele umsetzen und geht dafür über Leichen. Sie hat ein enormes Machtstreben und versucht alles, um als Mensch in der Welt der Feen (obwohl ich glaube im deutschen  sind es Elfen.. aber ich übersetze Faerie einfach mit Feen) zurecht zu kommen. Sie will ihr Schwächen nicht einfach akzeptieren und tut alles dafür, in den Rängen der Feen aufzusteigen. Für mich eine sehr ungewöhnliche Protagonistin, denn diese sind ja meistens lieb, eher zurückhaltend und manchmal oft etwas naiv. Ich fand das eine gelungene Abwechslung und würde gerne mehr solcher Protas sehen. Aber wie gesagt, ich kann mir gut vorstellen, dass es nicht jedermanns Sache ist. 
Cardan erfüllt ein paar Clichés, aber trotzdem mochte ich ihn sehr. Er ist der gutaussehende Prinz und zu Beginn ist man sich als Leser absolut nicht sicher, welche Rolle er noch spielen wird. Er und Jude sind alles andere als Freunde und gerade darin liegt der Reiz der Geschichte. Cardan ist arrogant, selbstverliebt und kann schnell wütend werden. Aber er hat auch eine andere Seite, welche man erst nach und nach kennenlernt.
Ich mochte die Charakterentwicklung der beiden richtig gerne. Insbesondere da sie sich über alle Bände erstreckt und somit nicht alles auf einmal passiert. 

Die Handlung fand ich im ersten Band noch etwas.... langsam. Hier und da hat es mir an Spannung gefehlt, doch ab dem 2. Band ging es aufwärts und ich konnte das Buch kaum weglegen. Die vielen Intrigen, Pläne und Wirrungen sorgen stets für neue Momente und so war ich bis zum Schluss nie zu 100% sicher was genau passieren wird. Die Feen sind keine zuckersüßen, umherschwirrenden Feen - sie sind düster, blutdurstig und rachsüchtig. Die Handlung ist dementsprechend eine Mischung aus düster, feenhaft, ein wenig Naivität und Blut. Ich fand das eine tolle Mischung!

Fazit
Für mich war das Buch eine absolute Überraschung, denn ich habe eine süße Geschichte erwartet und bekam eine blutige, rachsüchtige Geschichte mit einer Protagonistin die ich im Normalfall bestimmt nicht mögen würde. Aber sie hat so gut in die Geschichte und die Welt gepasst, dass es einfach alles abgerundet und perfekt gewirkt hat. Es gab so viele Details die ich spannend fand wie z.B. die menschlichen Sklaven, die Tatsache das Feen nicht lügen können und wie dies von der Autorin umgesetzt wurde. Ich hab mich in diese Reihe auf Anhieb verliebt und wünschte es gäbe noch mehr Bände. 


WEITERE REZENSIONEN ZUM BUCH

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The Cruel Prince 
Autorin: Holly Black
Seitenanzahl: 384
Erscheinungstermin: 26.07.2018
ISBN: 978-1-4714-0727-7
Preis: ab 7,29€
Reihe?: Ja, Band 1

Klappentext:
[Englisch] Of course I want to be like them. They're beautiful as blades forged in some divine fire. They will live forever. And Cardan is even more beautiful than the rest. I hate him more than all the others. I hate him so much that sometimes when I look at him, I can hardly breathe. One terrible morning, Jude and her sisters see their parents murdered in front of them. The terrifying assassin abducts all three girls to the world of Faerie, where Jude is installed in the royal court but mocked and tormented by the Faerie royalty for being mortal. As Jude grows older, she realises that she will need to take part in the dangerous deceptions of the fey to ever truly belong. But the stairway to power is fraught with shadows and betrayal. And looming over all is the infuriating, arrogant and charismatic Prince Cardan...

[Deutsch] »Natürlich möchte ich wie sie sein. Sie sind unsterblich. Cardan ist der Schönste von allen. Und ich hasse ihn mehr als den Rest. Ich hasse ihn so sehr, dass ich manchmal kaum Luft bekomme, wenn ich ihn ansehe …« Jude ist sieben, als ihre Eltern ermordet werden und sie gemeinsam mit ihren Schwestern an den Hof des Elfenkönigs verschleppt wird. Zehn Jahre später hat Jude nur ein Ziel vor Augen: dazuzugehören, um jeden Preis. Doch die meisten Elfen verachten Sterbliche wie sie. Ihr erbittertster Widersacher: Prinz Cardan, der jüngste und unberechenbarste Sohn des Elfenkönigs. Doch gerade ihm muss Jude die Stirn bieten, wenn sie am Hof überleben will...

Montag, 1. März 2021

Rezension | Federn über London - Sabine Schulter (Jahreshighlight 2020; Rezensionsexemplar)

Von Am März 01, 2021

Heute möchte ich euch mein 2. Jahreshighlight 2020 vorstellen. Feder über London von Sabine Schulter. Ich habe das Buch schon vor einer Weile gelesen und versuche noch schon ewig diese Rezension zu schreiben. Irgendwie war ich nie mit ihr zufrieden... ich hoffe, dass ich jetzt endlich die richtigen Worte gefunden habe. 

Ich habe das eBook übrigens als Rezensionsexemplar erhalten, was jedoch keinen Einfluss auf die Bewertung hatte.

Klappentext
Als Clear erwacht, kann sie sich an nichts mehr erinnern. Weder weiß sie, wer sie ist, noch warum sie in einer Wanne voller blauem Wasser liegt. Als ihr eröffnet wird, dass sie gestorben ist und von nun an als Todesengel in London Seelen sammeln soll, glaubt sie an einen üblen Scherz.
Doch die schwarzen Schwingen auf ihrem Rücken überzeugen sie von der Wahrheit.
Zusammen mit ihrem Teamleiter Ease und den anderen Todesengeln sorgt sie von nun an dafür, dass die Seelen der Verstorbenen zurück in den Lebensstrom gelangen. Allerdings wartet in der Welt der Übersinnlichen noch viel mehr auf Clear und auch Londons Unterwelt mit all ihren magischen Wesen ist in Aufruhr. Denn das dunkle Nichts hat sich gerade jetzt vorgenommen, die Millionenmetropole ins Chaos zu stürzen.

Rezension
Sabine Schulter konnte mich erneut mit ihrem neusten Werk (wobei zu dem Zeitpunkt wo ich dies hier schreibe bereits Band 2 erschienen ist) überzeugen. Die Geschichte rund um Clear hat mich wirklich begeistert. Ich lese ja aktuell recht wenig, aber Federn über London hat mich komplett an das Buch gefesselt und innerhalb weniger Tage hatte ich das Buch beendet. Es war ein total komisches Gefühl, als das Buch beendet war, denn ich war so in diese Geschichte eingetaucht, dass ich sofort weiterlesen wollte. Daher ist Band 2 natürlich mittlerweile auch eingezogen, damit ich sofort wieder in die Welt der Engel Londons eintauchen kann. 

Und hier möchte ich auch direkt ansetzen: Die Engel.
Es gibt Schutzengel und Todesengel, was mich nicht sofort hat aufschreien lassen, da ich eigentlich kein großer Fan von Engelsgeschichten bin, aber hier wurde ich schnell eines besseren belehrt. Die Todesengel sind nicht düster und gefährlich, stattdessen möchte man gerne Teil dieser Gruppe sein und zusammen mit ihnen ihre Arbeit erleben. Wie cool wäre es denn bitte, Seelen einzusammeln und wieder in unsere Welt zurück zu bringen. Ich finde diesen Gedanken sehr schön. Das ganze Konzept der Engel und ihrer Aufgaben war einfach richtig gut ausgearbeitet und konnte mich deshalb einfach mitreißen. 
Dazu gehört auch, wie nahtlos Sabine Schulter ihre Welt der Engel in unsere reale Welt integriert. Sie hat eine ganz eigene Welt geschaffen, die ich zu gerne erleben würde. Besonders die Vellas finde ich sehr interessant und erhoffe mir noch mehr über sie zu erfahren. 

Neben der Welt und den Wesen in ihr, konnten mich auch die Charaktere überzeugen. Sie sind einfach... realistisch. Ich mag ihre Art. Sie haben Macken, Fehler... sie sind nicht perfekt. Gerade das macht sie sogreifbar und ich konnte mich mit ihnen schnell identifizieren. Sie wirken wir richtig gute Freunde und man möchte halt einfach gerne Teil der Gruppe sein. Man muss sie einfach kennenlernen. 
Clear war mir daher natürlich als Protagonistin sehr sympathisch. Ich habe sie super gerne auf ihrer Reise begleitet. Sie hat eine so positive Art, möchte selbst handeln, hat aber genau so gut auch Macken. Sie zweifelt an sich selbst, mal ist sie unsicher und doch findet sie immer wieder zu sich selbst zurück.  Gleiches kann ich auch über die anderen Charaktere sagen. Es gibt auch Kapitel aus der Sicht von Ease und auch hier fand ich es total spannend seine Gedankenvorgänge zu sehen. Ganz anders als Clear aber genauso interessant. 

Die Handlung selbst ist super zu verfolgen und ich hab nie das Gefühl gehabt, von der Autorin in Stich gelassen worden zu sein. Damit meine ich, dass ich die Handlung zu jedem Zeitpunkt bestens verstanden habe und daher flogen die Seiten nur so dahin. Es ist locker und emotional geschrieben, der Humor wie immer leicht und ohne dabei aufgesetzt zu wirken. So wie man es von Sabine Schulter eben kennt und liebt. Ich habe die Reihe rund um ihre Engel definitiv in mein Herz geschlossen. 

Fazit
Wenn ihr auf der Suche nach einer Geschichte mir Engeln seid, die nicht ganz dem typischen Engels-Klischee entsprechen, dann seid ihr hier definitiv fündig geworden.  Die Geschichte hat alles was man sich wünscht. Eine lockere, leichte Atmosphäre, spannende Szenen, wunderbare Charaktere die man einfach mag und eine fiktive Welt die sich nahtlos in unsere einreiht. Ich habe die Engel super gerne und freue mich bereits auf Band 2. 


WEITERE REZENSIONEN ZUM BUCH

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Federn über London
Autorin: Sabine Schulter
Verlag: Selfpublished
Lektorat: Diana Steigerwald
Coverdesign: Vivien Summer
Seitenanzahl: 332
ISBN: 978-3752606577 
Preis: 3,99€ (eBook), 12,99€ (Taschenbuch), 21,99€ (Hardcover)
Erscheinungstermin: 05.11.2020
Reihe?: Ja, Band 1

Klappentext
Als Clear erwacht, kann sie sich an nichts mehr erinnern. Weder weiß sie, wer sie ist, noch warum sie in einer Wanne voller blauem Wasser liegt. Als ihr eröffnet wird, dass sie gestorben ist und von nun an als Todesengel in London Seelen sammeln soll, glaubt sie an einen üblen Scherz.
Doch die schwarzen Schwingen auf ihrem Rücken überzeugen sie von der Wahrheit.
Zusammen mit ihrem Teamleiter Ease und den anderen Todesengeln sorgt sie von nun an dafür, dass die Seelen der Verstorbenen zurück in den Lebensstrom gelangen. Allerdings wartet in der Welt der Übersinnlichen noch viel mehr auf Clear und auch Londons Unterwelt mit all ihren magischen Wesen ist in Aufruhr. Denn das dunkle Nichts hat sich gerade jetzt vorgenommen, die Millionenmetropole ins Chaos zu stürzen.

Samstag, 12. Dezember 2020

Rezension | Voices - David Elliott (Jahreshighlight 2020)

Von Am Dezember 12, 2020

 

Heute bringe ich euch eine ganz besondere Rezension mit, denn es ist die zu meinem Jahreshighlight 2020. Okay, eines meiner Highlights, denn da dieses Buch komplett abseits von meinen üblichen Lesegenre liegt, habe ich dieses Jahr zwei. Das zweite werde ich euch die Tage erst zeigen können, da ich noch die Rezension schreibe. Wobei ich sicherlich noch einen Wrap-Up 2020 Beitrag schreiben werde. 
Nun aber mal zu dem Schätzchen, welches ihr auf dem Foto seht. Wer mich kennt, weiß wie sehr mich das Thema Jeanne d'Arc interessiert und ich eine kleine Minibuchsammlung über sie besitze. Nun habe ich einfach mal im Internet gesucht und per Zufall dieses Buch entdeckt. Dabei handelt es sich um einen Gedichtband, was mich zunächst abgeschreckt hat. Eigentlich lese ich keine Gedichte, nicht weil ich sie nicht mag, aber irgendwie hat es mich bisher nicht genug fesseln können um ein ganzes Buch zu lesen. Nun war dies aber ein Thema das mich sehr interessiert und daher habe ich zugeschlagen. Hier erst mal der Klappentext für euch.

Klappentext
Told through medieval poetic forms and in the voices of the people and objects in Joan of Arc’s life, (including her family and even the trees, clothes, cows, and candles of her childhood), Voices offers an unforgettable perspective on an extraordinary young woman. Along the way it explores timely issues such as gender, misogyny, and the peril of speaking truth to power. Before Joan of Arc became a saint, she was a girl inspired. It is that girl we come to know in Voices.

Rezension
Ich weiß gar nicht wo ich starten soll. Mich hat das Buch einfach von der ersten Seite an, nein schon ab dem Schutzumschlag, in den Bann gezogen. Denn dort fand ich folgende Worte:


"Warrior? Witch? Sinner? Saint? Before she was any of these, before she heard the first angel speak, before she died... Joan was just a girl."
Voices - David Elliott, Schutzumschlag

Wie wahr! Jeanne d'Arc ist wahnsinnig schwer zu fassen. Sie ist eine Heilige und ein Sinnbild. Sie steht für Aufopferung, Gottesliebe, Reinheit und in gewisser Weise auch für Emanzipation. Doch sie wirkt fiktiv, man liest über sie und doch bleibt sie einem stets etwas fern. Man kann sie einfach nicht komplett fassen. Egal wie viele Biografien ich gelesen habe, sie bleibt immer diese Heldin aus vergangener Zeit, welche die Zukunft Frankreichs änderte.
Daher fand ich dieses Zitat so toll. Egal ob sie nun alle die oben genannten Dinge war (Kriegerin, Hexe, Ketzerin, Heilige), sie war einst ein junges Mädchen. Sie durchbrach jedoch die Gesellschaftsstrukturen des Mittelalters und wäre sie einfach dieses Bauernmädchen geblieben, hätten wir wohl nie von ihr gehört.

Voices gibt Jeanne eine Stimme, auch wenn die Gedanken die in den Gedichten ausgedrückt werden natürlich rein fiktiv sind. Jedoch wird das Ganze mit echten Zitaten unterstrichen, denn on top gibt es noch Ausschnitte aus den Prozessunterlagen, sowie der Rehabilitierung einige Jahre nach ihrem Tod. Die Kombination fand ich wirklich sehr gelungen. Die Gedichte selbst haben mir wahnsinnig gut gefallen. Sie sind passenderweise in Reimschemen geschrieben, wie sie schon zu Jeannes Zeiten existierten. Dies erläutert der Autor im Anhang. War mir beim lesen natürlich nicht bewusst, aber ich möchte dies auf jeden Fall positiv bewerten. So gibt zum Beispiel die Form der Ballade, Rondel, Sestine, Triolett oder auch Villanelle. 

Die Gedichte sind aus verschiedenen Perspektiven beschrieben. Aus Jeannes Sicht, welche sozusagen auf ihre Hinrichtung wartet. Sie berichtet von ihrem Leben und so kommen auch andere Personen wie der König, ihre Eltern oder auch Weggefährten zu Wort. Sie alle geben ihr eigenes Bild von Jeanne wieder. Doch auch Gegenstände und Tiere erhalten eine Stimme. So erzählen das Feuer, ihr Schwert oder auch ihre Rüstung von ihr. Diese personifizierten Gegenstände fand ich einfach großartig. So kann eine ganz andere Botschaft rüber gebracht werden. Die Kerze macht im Buch den Anfang und dieses Gedicht hatte es echt in sich! Es hat mich sofort gefesselt, denn der Autor spielt mit einem speziellen Aspekt - den ich eigentlich nicht nennen mag um nicht zu spoilern. Wenn ihr es aber lesen wollt, in der Leseprobe online, könnt ihr dieses Gedicht entdecken. Neben den Gedichten gibt es auch immer wieder Seiten, in denen nach und nach eine Zeile dazukommt. Es ist ebenfalls das Feuer und das "Finale" dieser Aneinanderreihung hat mich definitiv beim lesen sehr getroffen und berührt. Da entstand plötzlich eine ganz neue Atmosphäre, denn man weiß was gerade passiert. 


"If I said, Have faith that day,
and if In what? she had inquired,
I would have told heir straightaway,

In fire, my dear, in fire."

Voices- David Elliott, Seite 166, Gedicht "Saint Margaret"


Gut gelungen fand ich, dass der Autor eine sehr gute Mitte zwischen Jeanne als religiöse und Jeanne als historische Person findet. Es überwiegt nie ein Aspekt komplett und so urteilt er nicht über sie. Oft lese ich Texte, in denen sie eben als Mensch dargestellt wird und die Religiosität bzw. ihre Stimmen als Wahnsinn abgetan werden  - oder aber es wird sehr stark auf den religiösen Aspekt eingegangen. So entsteht schnell eine Wertung ihrer Person, die man aber nur schwer bewerten kann. Ich mochte es, dass der Autor mit viel Respekt und Offenheit an sie herantritt und nicht urteilt. Er versucht Jeanne als Menschen darzustellen, die großartiges geleistet hat, aber auch Angst hat vor dem was kommt.


Zusätzlich möchte ich das fantastische Cover loben. Es sieht einfach wunderschön aus. Jeanne wird endlich mal nicht blond dargestellt und wirkt menschlich, kämpferisch und entschlossen. Ihre Rüstung ist so, wie sie vermutlich auch war und der Heiligenschein besteht aus den Titeln der Gedichte. Einfach wunderschön!
Auch von Innen macht das Buch echt was her, denn die Gedichte sind nicht einfach nur runter geschrieben, sondern speziell angeordnet. So wurde das Gedicht des Schwertes zum Beispiel in der Form eines Schwertes geschrieben und gedruckt. Je nachdem musste man das Buch manchmal drehen beim lesen, ich empfand dies aber nicht weiter störend. 


Fazit
Voices ist für mich ein grandioses Buch, welches Jeanne d'Arc auf eine ganz andere Art und Weise betrachtet und an ihre Geschichte herangeht. Es hat mich noch vor der ersten Seite in den Bann gezogen und mir das Gefühl gegeben, mehr über Jeanne auf einer emotionalen Ebene zu erfahren. Die Gedichte sind wunderschön geschrieben und durch die personifizierten Gegenstände bringen sie eine ganz andere Ebene mit sich. Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen der Gedichte mag und / oder sich für Jeanne d'Arc interessiert. Ich bin so froh dieses Buch per Zufall entdeckt zu haben und schätze es sehr. Das ganze Konzept des Buches ist von vorne bis hinten gut durchdacht und der Umgang mit ihrer Person erfolgt stets respektvoll und ohne Wertung. Toll! Ich würde mich freuen, wenn das Buch es auch auf den deutschen Markt schafft, aber sehe da leider wenig Hoffnung für. 



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Voices: The Final Hours of Joan of Arc
Autor: David Elliott
Verlag: HMH Books for Young Readers 
Covergestaltung: Sharismar Rodriguez
Seitenanzahl: 195
ISBN: 978-1-328-98759-4
Preis: 9.01€ (Taschenbuch), 14,39€ (Hardcover), 10,28€ (eBook)
Erscheinungstermin: 26.03.2019
Reihe?: Nein

Klappentext:
Told through medieval poetic forms and in the voices of the people and objects in Joan of Arc’s life, (including her family and even the trees, clothes, cows, and candles of her childhood), Voices offers an unforgettable perspective on an extraordinary young woman. Along the way it explores timely issues such as gender, misogyny, and the peril of speaking truth to power. Before Joan of Arc became a saint, she was a girl inspired. It is that girl we come to know in Voices.




Mittwoch, 30. September 2020

Rezension | Die Greifenreiterin: Gefangenschaft - Sabine Schulter (Band 1)

Von Am September 30, 2020
Vor einer ganzen Weile habe ich endlich den 1. Band der Greifenreiterin gelesen und habe endlich geschafft meine Rezension zu schreiben. Es hat zwar echt lange gedauert, aber das lag garantiert nicht am Buch. Ganz bestimmt nicht!!! Einfach an meiner Motivation Rezensionen zu schreiben. Ups!

Inhalt
Gleich bei ihrer ersten Mission als vollwertige Reiterin fällt Rayna mit ihrem Greifen Ferril in die Hände der Nanjok, einem unbarmherzigen Volk des Nordens. Was dieses weit im Süden zu schaffen hat, weiß Rayna nicht – genauso wenig wie Hyron, der ebenfalls gefangen gehalten wird, wenn auch nicht durch Ketten. All ihr Denken ist auf Flucht ausgerichtet. Doch was beide nicht einmal erahnen, ist, dass ihr Treffen und ihr gemeinsamer Überlebenskampf bei den Nanjok erst der Anfang von etwas viel Größerem bedeutet.

Rezension
Sabines Bücher fühlen sich für mich immer an, als würde ich nach Hause kommen. Bisher hat mich keines ihrer Bücher enttäuscht und so konnte mich auch Die Greifenreiterin erneut packen und begeistern. 

Die Geschichte handelt von der jungen Greifenreiterin Rayna, welche mir als Protagonistin sehr sympathisch war. Sie ist stark. aufopfernd und sorgt sich stets um das Wohl Anderer. Sie ist eine Kämpferin und will niemals klein beigeben. Lieber geht sie unter, als dass andere in Gefahr geraten oder verletzt werden. Sie macht den Mund auf und schreckt nicht davor zurück ihre Meinung zu sagen. Das alles macht sie zu einer wunderbaren Protagonistin, welche ich gerne auf ihrer Reise begleite. Generell erschafft Sabine Schulter immer starke Protagonistinnen, welche ihre Stärken und Schwächen haben. Sie wirken nicht überdimensional perfekt oder wie aus einer anderen Welt. Sie wirken wie jemand, den man auch im eigenen Freundeskreis finden kann. Menschlich. Deshalb hat man sie wohl auch immer so gern. Auch Hyron ist so ein Charakter. Von Beginn an wusste ich, dass er mir sympathisch ist, obwohl man zu Beginn nur wenig über ihn erfährt. Das ändert sich natürlich im Laufe der Geschichte und sowohl er als auch Rayna entwickeln sich. Einzeln und auch zusammen. Hier und da ging mir das ein wenig zu schnell, aber im Ganzen gesehen ist es eine wundervolle Charakterentwicklung. Egal ob charakterlich oder auf der Beziehungsebene. 
Doch nicht nur die Hauptcharktere sind richtig toll gelungen, auch die Nebencharaktere erhalten von Sabine besondere Aufmerksamkeit und werden detailreich ausgearbeitet. Jeder hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Rolle in der ganzen Geschichte. Das mag ich immer sehr an ihren Büchern. Kein Charakter scheint weniger wichtig zu sein, als die anderen. Sie alle spielen ihren eigenen Part in der Geschichte.
Besonders gut hat mir auch der Aspekt der Greifen gefallen. Sie haben auch ihren eigenen Charakter und wie genau ein Greifenreiter zu seinem Greifen kommt, fand ich sehr interessant und sehr passend zur Geschichte. Ich mag es, dass die Greifen scheinbar irgendwie den Charakter des Reiters widerspiegeln. Zumindest kam es mir genau so vor. Ob das so beabsichtigt war, kann ich nicht sagen, aber es hat mir gefallen. Die Freiheit die von den Wesen ausgeht fand ich klasse. Wer würde nicht gerne auf den Schwingen eines Greifen durch die Welt fliegen?


"Für den Bruchteil einer Sekunde spürte ich das Kribbeln des freien Fall in meinem Bauch, hielt begeistert die Luft an und atmete erst aus, als Ferril mit ihren Schwingen den Wind einfing und unseren Fall in einen Gleitflug verwandelte. Am liebsten hätte ich die Augen geschlossen und die Arme ausgebreitet, um diesen Moment mit allen Sinnen zu erfahren [...]." 
(Die Greifenreiterin - Sabine Schulter; S. 42)


Das Buch startet mit einer ganz wunderbaren Ruhe, Euphorie und Wärme. Besonders Raynas Begeisterungsfähigkeit greift schnell auf einen über, denn sie liebt ihre Welt und alles was in ihr ist. Die Greifen wirken so real und man möchte sofort einen eigenen Greifen haben und mit ihm oder ihr durch diese Welt fliegen. Besonders der Gegensatz zwischen Raynas Welt hoch oben in den Bergen und der grünen Welt am Boden ist super ausgearbeitet und wird durch Raynas Reaktion nur noch bestärkt. Richtig toll! 
Wir ihr am Klappentext aber schon sehen könnt, wandelt sich die Situation und schnell findet man sich in einer beklemmenden und gefährlichen Situation wieder. Die Gefangenschaft wird meiner Meinung nach sehr, sehr ehrlich beschrieben. Nicht nur Raynas Verzweiflung und ihre Angst wird hier deutlich und äußerst emotional rüber gebracht, sondern auch das ganze menschliche drumherum. Ja, ich rede von menschlichen Bedürfnissen.... und ja ich rede von der Toilettensituation. Warum ich das in der Rezi aufgreife? Nun, diese werden in Büchern ja doch eher selten thematisiert und haben diese ganze Situation echt real gemacht. Irgendwie muss auf magische Art und Weise in den meisten Büchern nie einer zur Toilette. Verrückt. 

Nun mal aber zu einem anderen Thema...
Der Schreibstil ist wie eh und je wunderbar und ließt sich flüssig. Was soll ich sagen? Ich liebe Sabines Stil. Man kann komplett in die Welt versinken, die Emotionen der Charaktere in sich aufnehmen und das Buch in einem Rutsch lesen. Eine warme Decke, eine Tasse warmen Kakao und eines ihrer Bücher und der Tag wird schön.

Die Idee zur Geschichte finde ich super und dürfte sicherlich jeden Fantasy-Fan ansprechen. Auch wenn es vielleicht im mittleren Teil ein ganz klein wenig an Längen gab, so habe ich jede Seite genossen. Es gibt Magie, Greifen, Kämpfe und geheimnisvolle Welten. Nach und nach setzen sich die Puzzleteile zusammen und die Geschichte hat sich doch ganz anders entwickelt als ich es erwartet habe. Ich freue mich definitiv schon auf  Band zwei. Insgesamt hat die Reihe übrigens vier Teile, welche auch schon alle erschienen sind. 

Fazit
Für alle Fantasy-Fans die zwar gerne Geschichten mögen, in denen es auch mal Action gibt aber nicht all zu blutige Storys mögen, für den ist Die Greifenreiterin super. Es ist spannend und emotional, aber ohne dabei zu extrem zu werden. Die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere ziehen einen sofort in die Geschichte und man fiebert mir ihnen mit. Rayna ist eine tolle Protagonistin und die Umsetzung der Greifen und welche Rolle sie spielen hat mir außerordentlich gut gefallen. So gerne hätte ich selbst einen Greifen! Die Gefangenschaft wird nie überspitzt, aber dafür sehr realistisch dargestellt. Die Verzweiflung in einer solchen Situation wird greifbar. Es ist keine Geschichte, bei der auf jeder Seite etwas hochgeht. Es hat eine Ruhe in sich und trotzdem bleibt es spannend. Definitiv eines meiner Highlights des Jahres und eine klare Empfehlung an euch. 

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Die Greifenreiterin
Autorin: Sabine Schulter
Verlag: Selfpublished 
Seitenanzahl: 312
ISBN: 9783749450282
Erscheinungstermin: 28.08.2019
Preis: 12,99€ (Taschenbuch), 1,99€ (eBook), 21,99€ (Hardcover)
Reihe?: Ja, Band 1 

Klappentext:
Gleich bei ihrer ersten Mission als vollwertige Reiterin fällt Rayna mit ihrem Greifen Ferril in die Hände der Nanjok, einem unbarmherzigen Volk des Nordens. Was dieses weit im Süden zu schaffen hat, weiß Rayna nicht – genauso wenig wie Hyron, der ebenfalls gefangen gehalten wird, wenn auch nicht durch Ketten. All ihr Denken ist auf Flucht ausgerichtet. Doch was beide nicht einmal erahnen, ist, dass ihr Treffen und ihr gemeinsamer Überlebenskampf bei den Nanjok erst der Anfang von etwas viel Größerem bedeutet.





Donnerstag, 30. Januar 2020

Rezension | Neon Birds - Marie Grasshoff

Von Am Januar 30, 2020
[Rezensionsexemplar] Ihr glaubt ja gar nicht, wie schwer es mir gerade fällt diese Rezension zu schreiben. Neon Birds hat mir einfach so wahnsinnig gut gefallen und ich freue mich so dermaßen auf den 2. Band, dass ich gar nicht weiß, wie ich es verpacken soll. Ich könnte ja auch einfach nur sagen:


Lest es!


Aber ich glaube, dass wäre keine vollständige Rezension. Zumindest wäre es die Kürzeste, die ich je geschrieben habe. Aber ernsthaft... lest es! 
Gut, also doch eine Rezension... 

Inhalt
Es ist das Jahr 2101. Ein außer Kontrolle geratener technischer Virus verwandelt Menschen in hyperfunktionale Cyborgs, die dem Willen der künstlichen Intelligenz KAMI gehorchen. In Sperrzonen eingepfercht, werden sie von Supersoldaten bekämpft, die man weltweit als Stars feiert. Doch die Mauern beginnen zu bröckeln. Sekten beten KAMI als Maschinengott an. Und während der Kampf zwischen Menschheit und Technologie hin und her wogt, versuchen vier junge Erwachsene, den Untergang ihrer Zivilisation zu verhindern...

Rezension
Neon Birds spielt in einer Zukunft, in welcher die Menschen hinter Mauern leben, um sich vor den mit der künstlichen Intelligenz KAMI infizierten Menschen zu schützen. Man könnte es diese als Zombies mit höherer Intelligenz und besseren Fähigkeiten beschreiben. 

Das Buch startet direkt durch. Nur wenige Seiten in der Geschichte, da geht die Action auch schon los. Schlagartig findet man sich in einem Gewusel aus Soldaten, Wissenschaftlern, Tod und Angst wieder. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl überrumpelt worden zu sein, sondern konnte der Handlung bestens folgen und war sofort wie gefesselt! Mitten im Geschehen. 

Die Welt ist eine für mich sehr interessante, denn das Buch gehört dem Genre des Solarpunk und ist grundsätzlich, wenn es auch danach klingen mag, keine Dstopie. Eher geht es, trotz der negativen Aspekte, eher Richtung Utopie. Denn die Menschen erhalten viel von ihrer Regierung und leben innerhalb ihrer Mauern recht frei (ja ja, widersprüchlich, aber schwer zu erklären). Die Welt ist eine sehr grüne Welt, denn die Menschen bepflanzen alles was sie können - für mich als Pflanzenfan einfach ein Traum. Ich habe mir eine gigantische Großstadt vorgestellt, aber nicht grau und trostlos, sondern grün und fruchtbar. Eine Oase bei Tag und eine Welt aus Neonlichter bei Nacht.
Es gibt auch noch Menschen die außerhalb leben, welche nichts mit der modernen Technik zutun haben wollen. Diesen Kontrast fand ich sehr interessant und gut eingearbeitet.
Was mir auch wirklich gefallen hat, war die sehr genaue Ausarbeitung des Militärs und der Strukturen. Das wurde alles sehr gut durchdacht.




Die Charaktere fand ich einfach nur mega sympathisch und fantastisch. Ich mag Luke, der einfach ein riesen Pflanzennerd ist und ein Haushuhn hat. Ich glaube, mit ihm konnte ich mich ganz gut identifizieren - obwohl mir ein Huhn fehlt. Marie Grasshoff hat ganz unterschiedliche Charaktere erschaffen, die einfach perfekt in die Handlung passen und diese Welt gut spiegeln. Sie kamen mir direkt vertraut vor und ich konnte eine gute Verbindung zu ihnen aufbauen.Wer übrigens nicht weiß, wie man die Namen ausspricht, sollte mal bei Marie Grasshoffs Instagramseite vorbeischauen.  Zudem gibt es Abschnitte, welche Aktenauszüge sind und die Charaktere erläutern. Wie Steckbriefe sozusagen, nur irgendwie cooler. 

Auch die Hintergründe zu KAMI  werden so nach und nach übrigens erklärt und so wird man als Leser langsam mit Informationen gefüttert. So bleibt man neugierig und kann sich von vielen Geschehnissen überraschen lassen.

"Eine Zivilisation, erbaut auf Plastik und Leichen." 
(Neon Birds, S. 8)

Die Geschichte wechselt stets im richtigen Tempo aus Spannung und... Entspannung? Ich denke das passt. Zudem mag ich Maries Schreibstil total. Es lässt sich super schnell lesen und man fliegt einfach nur durch die Seiten. Ich weiß gar nicht wie ich ihn beschreiben soll. Sehr detailreich, emotional und gleichzeitig auch rational (eine gute Mischung in den richtigen Momenten). Die Sätze sind oft länger, aber nicht verschachtelt und schwer zu lesen. Es liest sich ganz locker flockig. Ich glaube, man muss ihren Schreibstil einfach selber kennen lernen, dann wisst ihr, was ich meine. Sehr gut!

Wer sich vielleicht noch nicht an SciFi getraut hat, sollte es definitiv mal versuchen. Es ist zwar SciFI, aber eine sehr angenehme und durch den Solarpunk und den Utopieaspekten eben eine sehr "reale" SciFi. Zudem ist es nicht zu technisch und man kann die ganze Geschichte super verstehen und wird noch von irgednwelchen "Fachwörtern" erschlagen. 

Ich denke das Buch ist ein heißer Anwärter als mein Highlight des Jahres.

Fazit
Lest es! 
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Okay, ich muss mehr schreiben. Neon Birds konnte mich mit einem erstklassigen Worldbuilding, einem recht seltenen Genre (Solarpunk), einer interessanten Thematik, sympathischen Charakteren und einem mega Schreibstil überzeugen. Eigentlich alles, was man will. Tja. Was soll ich noch sagen?! Definitiv eines meiner Highlights und ich fiebere Band 2 entgegen!

WEITERE REZENSIONEN ZUM BUCH

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Neon Birds
Autorin: Marie Grasshoff
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 463 Seiten
ISBN: 978-3-404-20000-9
Preis: 15,00€
Erscheinungstermin: 27.11.2019
Reihe?: Ja, Band 1

Klappentext:
Es ist das Jahr 2101. Ein außer Kontrolle geratener technischer Virus verwandelt Menschen in hyperfunktionale Cyborgs, die dem Willen der künstlichen Intelligenz KAMI gehorchen. In Sperrzonen eingepfercht, werden sie von Supersoldaten bekämpft, die man weltweit als Stars feiert. Doch die Mauern beginnen zu bröckeln. Sekten beten KAMI als Maschinengott an. Und während der Kampf zwischen Menschheit und Technologie hin und her wogt, versuchen vier junge Erwachsene, den Untergang ihrer Zivilisation zu verhindern...

Dienstag, 21. Januar 2020

Kurzrzension | Oblivion Song Band 1 & 2 - Robert Kirkman (Spoilerfrei)

Von Am Januar 21, 2020
[Rezensionsexemplar] Wenn ich jetzt "The Walking Dead" rufen würde, dann würden sicherlich einige von euch genau wissen worum es geht. Und wie sieht es mit "Oblivion Song" aus? Nun hierbei handelt es sich um eine Comicreihe vom Schöpfer von "The Walking Dead" - Robert Kirkman. Allerdings habe ich diese Reihe nie gelesen und die Serie irgendwann abgebrochen. "Oblivion Song" ist also das erste Werk, welches ich von ihm gelesen habe. Heute mit einer Rezension zu Band 1 und 2 - natürlich ohne Spoiler

Klappentext
Vor Jahren tauchte in Philadelphia plötzlich eine andere, geheimnisvolle Dimension auf, die fast die Hälfte der Stadt mit einem neuen Ökosystem überzog. - Inklusive gigantischen, fleischfressenden außerirdischen Monstern. Fast 20.000 Menschen verloren dabei ihr Leben. Nach der Katastrophe finden Wissenschaftler heraus, dass die fremde Welt nicht einfach in Philadelphia erschienen war, sondern den Platz mit einem Teil der Stadt getauscht hatte. Eine neue Technologie ermöglicht nun die Reise zwischen Erde und der Oblivion genannten Dimension. In diese werden nun Rettungsteams geschickt, um die Überlebenden des echten Philadelphias in Oblivion zu finden und zu retten.

Rezension
Und hiermit könnte ich auch die Rezension beenden... weil, naja, klingt der Klappentext nicht mega? 
Und der Comic startet auch direkt durch, denn man findet sich sofort im Oblivion wieder und lernt diese zur einen gefährlichen und zur anderen wahnsinnig faszinierende Welt kennen. Dadurch, dass es direkt mit ordentlich Action startet, war ich sofort wie gefesselt und die Seiten flogen nur so dahin.

Die Welt, welche von Kirkman erschaffen wurde, fand ich echt faszinierend und einfach mega gut ausgearbeitet. Die extremen Gegensätze zwischen unserer Welt und dem Oblivion sind klasse und werden durch den tollen Zeichenstil von Lorenzo De Felici fantastisch umgesetzt. Besonders farblich fand ich es ansprechend, da es stets dunklere Farbtöne sind, welche eine gefährliche und fremde Atmosphäre schaffen.
Die Kreaturen fand ich besonders faszinierend, da sie unserer Tierwelt gar nicht so unähnlich sind und doch auf ihre Art ganz eigen.  Auch wenn es eine gefährliche Welt ist, fände ich es toll sie in echt zu sehen. Ja, ja.. nicht möglich. Ich weiß...

Quelle: Cross Cult

Beide Bände fand ich von Anfangen bis Ende spannend und die ein oder andere Wendung habe ich absolut nicht kommen sehen. Was das Ganze wohl auch so spannend gemacht hat, waren die Charaktere, welche von Kirkmann echt klasse ausgearbeitet wurden. So hat jeder Charakter seine ganz eigene Beziehung zum Oblivion, verschiedene Beweggründe und Geheimnisse und handelt oft nicht wie erwartet. Auch der psychologische Aspekt, also was das Oblivion und die Geschehnisse aus der Vergangenheit mit ihnen macht, war fantastisch und hat der Geschichte eine gewisse Würze verliehen. 

Zudem spielt der Comic mit dem Aspekt, ob das Leben eines einzelnen wichtiger ist, als das Überleben aller. Eine Frage, die nicht so einfach und moralisch zu beantworten ist und sich so durch die Reihe schlängelt. Eine wichtige und zentrale Frage, welche das Handeln der Protagonisten stets beeinflusst. Auch Themen wie Traumata, Zugehörigkeit, Gemeinschaft und Neuanfänge spielen in diesem Comic eine Rolle. 

Zum Schluss hat mich der wahnsinnige Cliffhänger sofort zu Band 2 greifen lassen, welchen ich zum Glück schon da hatte. Auch Band zwei konnte meiner Meinung nach mit Band eins mithalten und hat die Geschichte spannend fortgesetzt. Hier gibt es gefühlt noch mal eine ordentliche Portion Action mehr und die Handlung wird hervorragend vorangebracht. Obwohl der Augenmerk wohl definitiv mehr auf der Action liegt. Und auch Wendungen und Cliffhänger bleiben wieder nicht aus.
Nun warte ich ungeduldig auf Band 3! Dieser erscheint übrigens 12.02.2020. Juhu!

Fazit
Oblivion Song hat mich absolut begeistert und von Seite eins an gefesselt. Die vielen Themen die hier eingearbeitet wurden und einen unterschwellig bearbeitet werden, ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu drängen, fand ich sehr ansprechend. Die Welt des Oblivion hat mich fasziniert und ich möchte gerne noch viel mehr davon sehen. Der Comic bietet definitiv sehr viel und sorgt für schöne Lesemomente, die spannend und Faszinierend zugleich sind. Top!

WEITERE REZSENSIONEN ZUM COMIC


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Oblivon Song #1
Autor: Robert Kirkman
ZeichnungenLorenzo De Felici
Verlag: Cross Cult
Seitenanzahl: 144
ISBN: 978-3-959817-71-4
Preis: 22,00€
Reihe?: Ja, Band 1

Klappentext:
Vor Jahren tauchte in Philadelphia plötzlich eine andere, geheimnisvolle Dimension auf, die fast die Hälfte der Stadt mit einem neuen Ökosystem überzog. - Inklusive gigantischen, fleischfressenden außerirdischen Monstern. Fast 20.000 Menschen verloren dabei ihr Leben. Nach der Katastrophe finden Wissenschaftler heraus, dass die fremde Welt nicht einfach in Philadelphia erschienen war, sondern den Platz mit einem Teil der Stadt getauscht hatte. Eine neue Technologie ermöglicht nun die Reise zwischen Erde und der Oblivion genannten Dimension. In diese werden nun Rettungsteams geschickt, um die Überlebenden des echten Philadelphias in Oblivion zu finden und zu retten.



Oblivion Song #2
Autor: Robert Kirkman
Zeichnungen: Lorenzo De Felici
Verlag: Cross Cult
Seitenanzahl: 144
ISBN: 978-3-959817-75-2
Preis: 22,00€
Reihe?: Ja, Band 2

Klappentext:
Nathan Cole hat seinen Bruder wiedergefunden – und mit ihn eine ganze Gruppe Gestrandeter, die vor zehn Jahren bei einem Experiment verschollen waren und seitdem in Oblivion überleben mussten. Gerade als er seinen Bruder überzeugt hat, mit ihm aus der gefährlichen Parallelwelt zurückzukehren, wird er festgenommen. Nun muss er endlich Verantwortung übernehmen für das, was damals geschehen ist. Denn beide Welten schweben in großer Gefahr …


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