Unter einem Banner - Elea Brandt

by - März 03, 2018


Hallo ihr Lieben,
heute habe ich euch meine Rezension zu "Unter einem Banner" von Elea Brandt mitgebracht.

Das Buch habe ich als Rezensionesexemplar erhalten, meine Meinung ist jedoch wie immer unabhängig.

Inhalt:
Reykan ist Soldat durch und durch, doch die Schrecken und der Horror des Krieges machen ihm schwer zu schaffen. Zu viel hat er im Krieg verloren. Er hofft auf Frieden und ein ruhiges Leben, doch als der König in seinen Armen stirbt, scheint alle Hoffnung verloren. Plötzlich findet er sich selbst auf einer Reise durchs Land wieder, um den verwöhnten Kronprinzen Bendrik zu beschützen. Als er feststellt, dass mehr hinter Bendrik steckt als er zunächst dachte, muss Reykan nicht nur gegen die Gefahren die auf sie lauern kämpfen, sondern sich auch über seine Gefühle klar werden.

Rezension:
"Unter einem Banner" habe ich im Rahmen der Fantasywoche 2018 gelesen und hatte vorher nie über das Buch oder die Autorin gehört. Daher bin ich ohne große Erwartungen an das Buch herangegangen und wurde komplett überrascht! 

Das Buch gehört zum Genre der "Gay-Romance", welches ich zuvor nie gelesen hatte und daher ech t gespannt war. Im Grunde ist es letztendlich natürlich nicht viel anders als die Romance-Geschichten zwischen Mann und Frau, eben nur zwischen zwei Männern. Ich persönlich habe damit absolut kein Problem, aber ihr solltet es im Hinterkopf behalten wenn ihr es lest. Denn ja, die Sexszenen werden gut beschrieben, was ich aber als wichtig empfinde... schließlich sieht es bei anderen Romancebüchern nicht anders aus. Ich erwähne es auch nur, weil ich weiß das es (leider!) immer noch genug Menschen gibt die damit ein Problem haben. Bevor ihr euch am Ende also darüber aufregt, sage ich dies euch vorher. 

Nun aber zur Rezension!

"Unter einem Banner" überzeugt durch mehere Aspekte. Beginne wir mal mit den Protagonisten. Reykan und Bendrik sind zwei super ausgearbeitete Charaktere, die so real wirken wie du und ich. Meiner Meinung nach, hätten die beiden auch in einem meiner ehemaligen Geschichtsbücher vorkommen können. Insbesondere da es in einem mittelalterlichen Setting spielt. Sie wirkten real, menschlich und waren alles andere als perfekt. Bendrik z.B. hat viele Macken: er ist verwöhnt, jammert viel und ist stur. Doch gerade die Entwicklung seines Charakters wurde von Elea Brandt unglaublich gut ausgearbeitet. Es kommt schleichend, nicht zu plötzlich. Man merkt wie er sich verändert aber fühlt sich nicht erschlagen von der plötzlichen Veränderung. Beim lesen habe ich gemerkt, wie gut die Autorin ihre Charaktere ausgearbeitet hat und ihnen Raum zur eigenen Entwicklung gegeben hat. 

Auch den Handlungsort bzw. die Welt wurde klasse ausgearbeitet. Viele Aspekte aus der Zeit des Mittelalters wurden hervorragend recherchiert, übernommen und durch eigene Aspekte ergänzt. Man merkt, dass die Autorin sich mit diesem Zeitalter auskennt. Daher wirkt die Welt unglaublich real. 


Elea Brandts Schreibstil ist einfach klasse! Das Buch ließ sich so flüssig lesen, dass die Seiten nur so flogen. Zudem sind dem Zeitalter angemessene Wörter und Begrifflichkeiten im richtigen Kontext genutzt worden, woran man erneut merkt, wie gut sie sich damit auskennt. Die Beschreibungen von Szenen und Personen sind hervorragend gelungen, da man sich sofort als Teil der Welt fühlt. Sie schafft es mit einer Leichtigkeit Bilder im Kopf des Lesers zu kreieren und Emotionen zu übertragen. Ich bin begeistert von ihrer Art zu schreiben! 

Ein Aspekt der mich schlussendlich überzeugen konnte wäre, dass Elea Brandt viele wichtige Themen in ihrem Roman anspricht. Nicht direkt, sondern durch die Handlung und ihre Charaktere. So muss Reykan mit den Erlebnissen des Krieges klar kommen und leidet deutlich unter einen posttraumatischen Belastungsstörung und den Folgen, welche daraus resultieren. Schlafprobleme, Alkoholkonsum, Flashbacks und Alpträume. Es zeigt, was Krieg aus Soldaten macht und wie es das Leben eines Menschen für immer verändern kann. Das Leid des Krieges, die Momente des Kampfes, des Todes und des Verlusts werden dem Leser knallhart vor Augen geführt. Dies lässt sie Szenen äußerst realistisch wirken und man mag sich kaum vorstellen, dass es noch heute so in Kriegszeiten abläuft. Das Buch zeigt die Abgründe der Menschheit in Zeiten des Krieges, aber auch wie wichtig Hoffnung, Liebe und Vertrauen ist.
Auch die Problematik der Homosexualität und der Anerkennung durch die Gesellschaft werden aufgegriffen. Vorurteile, Ablehnung und Zweifel als ständiger Bestandteil des Lebens. 

Fazit:
"Unter einem Banner" konnte mich auf voller Länge überzeugen und gehört zu einem meiner Mustreads. Ich hätte am liebsten noch mehr Kapitel gelesen und würde sofort wieder ein die Welt Reykans abtauchen.
Die Charaktere wirken real und haben Ecken und Kanten. Ihre Entwicklung wurde klasse ausgearbeitet und fast hatte man beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin ihnen nur einen Stups gegeben hat und sie sich von selbst entwickelt haben. Das Trauma des Krieges wurde durch Reykans Charakter gut verdeutlicht und scheint gut recherchiert. Aber auch für die Romance-Fans ist natürlich gesorgt. Die Liebesgeschichte ist toll ausgearbeitet und entwickelt sich genau im richtigen Tempo. Von einem kleinen Funken, zu einem großen Feuer. Dieses Buch ist es definitiv wert, gelesen zu werden. 


WEITERE REZENSIONEN ZUM BUCH:

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Unter einem Banner
Autorin: Elea Brandt
Seitenanzahl: 442
Preis: 6,99€ (eBook), 13,95€ (Print)
ISBN:  978-3960891772

Klappentext:
Blutroter Schnee. Brennende Zelte. Sterbende Kameraden.
Jede Nacht durchleidet Reykan erneut die Schrecken des Krieges, in dem er mehr verloren hat als nur eine Schlacht. Reykan sehnt sich nach Frieden, aber sein Pflichtgefühl kettet ihn an den Königshof und zwingt ihn mitten in die Unruhen, welche die Hauptstadt in Atem halten. Als feindliche Truppen die Mauern stürmen und der König vor Reykans Augen stirbt, fällt ihm die undankbare Aufgabe zu, den verwöhnten Kronprinzen Benrik in Sicherheit zu bringen. Gejagt von skrupellosen Gegnern geraten die beiden ungleichen Männer immer wieder aneinander, bis Reykan beginnt, hinter Benriks Fassade zu blicken. Doch ihre Verfolger kommen näher und Reykan muss sich fragen, wie viel er wirklich für Benrik empfindet und was er bereit ist, für ihn zu opfern.


Quellenangabe Cover:
Dead Soft

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